2016 Dreikönigskonzert BNN-Bericht

Badische Neueste Nachrichten | Rastatt/Gaggenau | KULTUR IM MURGTAL | 08.01.2016  
Purer Genuss für Ohren und Augen
Dreikönigskonzert in Jahnhalle beeindruckte
DSC02826DIE BALLETTELVEN (vorne) sorgten ebenso wie das Schüler-Lehrer-Orchester, das Bläserensemble sowie die Chöre aus Gaggenau, Bad Rotenfels und Gernsbach für ein bezauberndes Dreikönigskonzert in der Jahnhalle. 
Verabschiedung von Schulleiter RheinschmidtJohn Rutter hätte am Abend des Dreikönigstages gewiss seine helle Freude an der stimmungsvollen Geburtstagsfete zu seinen Ehren gehabt. Und auch die rund 600 Besucher genossen das musikalische Wiegenfest mit Gesang, Tanz und Orchesterklängen. In der ausverkauften Jahnhalle erlebten sie ein beeindruckendes Dreikönigskonzert auf hohem Niveau. Farbenreiche Chor- und Orchestermusik mit vielschichtiger Harmonik, eindrucksvoller, teils lateinamerikanischer Rhythmik, Jazz-Anleihen und einem großen melodischen Spektrum – vorgetragen mit viel Gefühl, Können, Lebensfreude und Leidenschaft – bescherten dem Publikum einen Konzertgenuss für Herz, Geist, Seele, Ohr und Auge.Das von Mitgliedern der Philharmonie Baden-Baden unterstützte Schüler-Lehrer-Orchester der Musikschule Gaggenau, deren Bläserensemble und Ballett sowie der „Moderne Chor Malsch“, das Gernsbacher Gesangsensemble „salt o vocale“ und „die eichhörnchen“ der Eichelberg-Grundschule Bad Rotenfels entführten die Besucher im Ein- und Vielklang der rund 100 Stimmen und 80 Streich- und Blasinstrumente zwei Stunden lang in eine andere Welt. Der bisherige musikalische Leiter der „Schule für Musik und darstellende Kunst“, Achim Rheinschmidt, der zum 1. Februar den Stab an Oliver Grote weiterreicht, nahm das Konzert auch zum Anlass, sich nach fünf Jahren an der Spitze der Einrichtung vom Publikum zu verabschieden. Er werde die Schule weiter begleiten und sich bei jedem Erfolg mitfreuen, sagte der Musiker und Pädagoge, der zusammen mit Oliver Grote und Matthias Barth die Gesamtleitung beim Konzert hatte und mit Witz und Charme durch das Programm unter dem Titel „Look At The World“ – John Rutter zum 70sten!“ führte. Im Gepäck hatten die Musiker einen Querschnitt aus dem Schaffen des britischen Starkomponisten, aber auch Bläserwerke des renommierten amerikanischen Komponisten Robert Sheldon, dem das Bläserensemble unter Grotes Leitung mit den schwungvoll interpretierten „Chanteys“ und dem wunderschönen Klanggemälde „A Longford Legend“ seine Reverenz erwies. Den feierlichen Auftakt machten die Bläser mit Rutters „Bläserintrada „Now Thank We All Our God“.Viel Beifall erntete Rutters „For The Beauty Of The Earth“ für Chor und Orchester mit einer gelungenen tänzerischen Interpretation des Werkes durch die Balletteleven der Musikschule unter der Leitung von Valeria Morelli. Die von Barth und Rheinschmidt dirigierten Chöre – der Moderne Chor Malsch und salt o vocale Gernsbach – bewiesen mit „A Clare Benediction“ und „Angels Carol“ eindrucksvoll ihr Können. Höhepunkt des ersten Konzertteils war Rutters „Suite Antique“. Bei dem von Bach inspirierten, klangfarbenreichen Werk in sechs Sätzen, „bei dem man als Dirigent nur froh ist, wenn man es geschafft hat“ (Rheinschmidt), konnten nicht nur die Streicher unter Konzertmeisterin Boriana Baleff glänzen.Eine grandiose Leistung lieferte vor allem der Flötist Jochen Baier ab. Der Musikschullehrer bewältigte seinen kniffligen Solo-Part mit Bravour. Nach der Pause verzauberten Orchester und Tuttichöre mit Rutters „Look At The World“, bevor das Streicherensemble mit der sanglichen „Suite for Strings“ ein Frühwerk des Komponisten in vier Sätzen zu Gehör brachte und dabei mit herrlicher Leichtigkeit im synkopisch hüpfenden Takt überzeugen konnte. Kaum hatten „die eichhörnchen“ im Verein mit „salt o vocale“ mit einem bezaubernden „Candlelight Carol“ noch einmal stimmgewaltig die Weihnachtszeit in Erinnerung gerufen, überraschten die Tuttichöre die Besucher mit einem Besuch in den Gängen zwischen den Stuhlreihen, um gemeinsam mit den Bläsern „Now Thank We All Our God“ anzustimmen. Zum Abschied kredenzten Chor und Orchester „The Lord Bless You And Keep You“ und bedankten sich für den lang anhaltenden Applaus mit einer Zugabe. Ralf Joachim Kraft