2019 Mai: Internationales Kulturfestival, Bad Rotenfels

2019 05 11 Internationales Kulturfestival Bad RotenfelsBT: Mo. 13.05.2019
LEICHTIGKEIT UND LEBENSFREUDE
Internationales Kultur-Festival in der voll besetzten Kulturhalle
Am Samstagabend in der voll besetzten Kulturhalle Bad Rotenfels erklingt die Europahymne. Mit diesem Auftakt bringt die Bläsergruppe des Musikvereins Bad Rotenfels unter der Leitung von Milen Haralambov das internationale Flair zum Internationalen Kultur-Festival.

Beim anschließenden Spiel des Badner Lieds ist auch das Publikum mit Klatschen und Singen dabei. Locker und unterhaltsam führt der sympathische Moderator Paco Palma Diaz durch den Abend. In seiner Begrüßung dankte Oberbürgermeister Christof Florus dem Mehrgenerationentreff und besonders dem Ideengeber und Hauptorganisator Heinz Goll für die Vorbereitung dieses Festes. Gaggenau sei schon immer eine Stadt mit Zuwanderung, so der OB. So ein Festival sei geeignet, um die Vielfalt zu zeigen und das Miteinander durch Kennenlernen zu fördern. "Singen wir doch alle die gleichen Lieder nur in einer anderen Sprache."Mit der kroatischen Tanzgruppe "Die Flügel des Heiligen St. Josef" und ihrer Tanzfolge in traditioneller Kleidung startete die kulturelle Weltreise. Weiter ging es in die Türkei mit der Ettlinger Tanzgruppe Dizen Sanat und ihrem Tanz, der traditionell vom dörflichen Leben in ihrer türkischen Heimat erzählt, der Musikgruppe Mizrabin Ruhu, die mit Zither, Laute, Percussion und Gesang unterhielt und einem ägäischen Kriegertanz des Türkischen Schulelternvereins.Der italienische, schon Jahrzehnte in Pforzheim lebende Tenor Michaele Ferracane brachte das begeisterte Publikum mit seinen Darbietungen "Volare", "Funiculi, Funicula" und "Santa Lucia" zum Mitsingen. Für seinen stimmgewaltigen Vortrag hatte er sich unter anderem die "Begleitung" des Orchesters der Mailänder Scala mitgebracht.Unter dem Motto "Bunte Welt" folgten nach der Pause weitere traditionelle Tänze der russischen Tanzgruppe Sabawa aus Hügelsheim und der schottischen Gruppe Scottisch Country Dancers aus Karlsruhe. Die Darbietungen strahlten Leichtigkeit und viel Lebensfreude aus.Auch der italienische Tenor Michaele Ferracane konnte noch einmal begeistern, stimmgewaltig mit "Verbotenem Gesang", der "Musica proibita" und gefühlvoll mit dem "Halleluja" von Leonard Cohen. Den Auftakt des Programmteils "Lebensgefühl" machte die Gruppe Esperanza aus Hügelsheim mit einem feurigen Flamenco, einem Alegria, dem spanischen Wort für Freude, der die fröhlichste Form des Flamenco ist, wie Moderator Paco Palma Diaz, mit eigenen spanischen Wurzeln, zu berichten wusste. Die aus Karlsruhe kommende indische Tanzgruppe Bharatanatyam erzählte mit ihrem Tempeltanz Geschichten aus der hinduistischen Mythologie. Die Reise endet wieder im Murgtal. Dann endete die Reise durch die Kulturen mit den gemeinsam singenden Chören Salt o Vocale und Millenium Voices unter der Leitung von Achim Rheinschmidt und mit mitreißenden Gospels wieder im Murgtal. So wie die regelmäßigen Mehrgenerationentreffen soll auch dieses Fest der Kulturen der Verständigung dienen, betonte Organisator Heinz Goll. Es soll eine Plattform bieten, gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen, Freude zu haben und Freunde zu finden und eine Brücke zwischen den unterschiedlichen Kulturen bauen. Der Dank Golls ging an die Mitwirkenden auf der Bühne, die alle ohne Gage auftraten, sodass der Erlös dieses Festes, wie schon zuvor angekündigt, ganz der Gaggenauer Altenhilfe zu Gute kommt. Weiterer Dank ging an die vielen Mithelfenden hinter der Bühne bei der Organisation, der Betreuung der Künstler und der Technik sowie an die Frauengemeinschaft von Sankt Laurentius, welche die Bewirtung übernahmen. Zum Finale gesellten sich die anwesenden Künstler zu den Chören auf die Bühne. Auch das Publikum stimmte in den Refrain von Beethovens "Ode an die Freude" mit ein. Es war ein berührender Abschluss eines Fests voller Lebensfreude, die in allen Darbietungen sichtbar wurde und ein Weg ist, der die vielfältigen Kulturen und Völker einen kann. Mit dem von den Chören gesungenen Segenslied "Geh unter der Gnade" konnten die Besucher dieses freudvollen Fests sich auf den Heimweg machen.

BNN, Mo, 13.05.2019

EIN FEST FÜR DIE SINNE
Kultur-Festival setzt Zeichen der Vielfalt
Ein fröhliches, buntes Plädoyer für eine offene Gesellschaft, ein Europa, das friedliche Heimat für die Vielfalt seiner Kulturen bietet und eine Hommage an alle die, die daran glauben und dafür arbeiten, dass Menschen jeder Couleur und kultureller Herkunft miteinander sprechen und sich kennenlernen – das war das Internationale Kultur-Festival, initiiert und organisiert vom früheren SPD-Landtagsabgeordneten Heinz Goll unter dem Dach des Mehrgenerationen-Treffs im Verein Gaggenauer Altenhilfe.
Es war ein Fest für die Sinne, voller Farben, eleganter Bewegung und Musik, die keiner Worte bedurfte. Denn ob die türkische Musikgruppe „Mizrabin Ruhu“ von der Liebe sang oder der Stadt Izmir huldigte, ob die indische Tanzgruppe „Lasya Priya-FinArts“ in einem Tempeltanz Gott Shiva anbetete, das war auch ohne Sprache zu verstehen. Genau wie die temperamentvolle Art der Flamenco-Tänzerinnen aus Hügelsheim, sich mit dem Thema Liebe und Leidenschaft auseinanderzusetzen. Gemeinsam war allen auftretenden Gruppen – ob sie jetzt Gospels aus Bergen (Norwegen) interpretierten, Volkstänze aus den schottischen Highlands oder einen wilden Tanz von der türkischen Ägäis auf die Bühne brachten – der hohe Grad an Perfektion, mit dem die Tänzerinnen und Tänzer sich bewegten.
Den Auftakt machte eine Bläsergruppe des Musikvereins Bad Rotenfels mit der Europa-Hymne und dem Badner Lied. Ein musikalisch gesetztes Motto für den Abend, der den Gedanken des vereinten Europas, das aus seiner facettenreichen kulturellen Vielfalt lebt, greifbar machte. Denn so hautnah wie in der ausverkauften Bad Rotenfelser Festhalle ist die Vielfalt der Regionen und Nationen, die in Deutschland zusammenleben, und das schon seit Generationen, wie Gaggenaus Oberbürgermeister Christof Florus in seinem Grußwort deutlich machte, selten zu erleben.
Da war die junge kroatische Tanzgruppe „Die Flügel des heiligen St. Josef“ mit einer Folge traditioneller Volkstänze, die frisch und unbeschwert über die Bühne wirbelte und sang, da erzählte die türkische Tanzgruppe „Dizen Sanat“ aus Ettlingen vom Leben der Mädchen auf dem Dorf, spritzig und vergnügt; man glaubte, das Tuscheln und Kichern der jungen Frauen, die mit präzise gesetzten Tanzschritten faszinierten, zu hören.
Diese Faszination strahlten auch die „Scottish Country Dancers“ aus Karlsruhe aus, deren Kilts zu den Klängen der typischen Fidel Weisen wippten, die Reihen- und Rundtanz mit lebendigem Charme darboten. Oder die feurigen Flamenco-Damen der Formation „Esparanza“ aus Hügelsheim, effektvoll in schwarz und rot gekleidet, mit Mantillas und Fächern ihr weibliches Selbstverständnis unterstreichend. Fröhlich und stolz die russische Tanzgruppe „Sabawa“, ebenfalls aus Hügelsheim, mit einer schon an Ballett heranreichenden Eleganz und makelloser Präzision. Nicht tanzend mit den Beinen, dafür mit den Armen und vor allem seiner Stimme der Tenor Michele Ferracante aus Pforzheim, der sich als italienischer Bilderbuchtenor in die Herzen der Besucher sang.
Ob er jetzt bei „Volare, cantare“ zum Mitsingen aufforderte – und mit dem Ergebnis zufrieden war, die Tarantella „Funiculi, funicula“ anstimmte oder in den Fußstapfen des großen Enrico Caruso „Musica proibita“ – das Publikum lag seinem schmelzenden Tenor zu Füßen. Und nicht nur das Publikum, auch Moderator Paco Palma Diaz war beglückt von der Stimmgewalt und der Wärme in Michele Ferracantes Stimme. Der Abschluss gehörte den heimischen Chorformationen „Salt o Vocale“ und „Millenium Voices“, geleitet vom gemeinsamen Dirigenten Achim Rheinschmidt.
Gospels aus Norwegen („Wir haben einen Partnerchor in Bergen“) hatte er für seine Sänger ausgewählt.
Bevor zum großen Finale sich die Akteure zu einem bunten Bild und der „aufgepeppten“ „Ode an die Freude“ auf der Bühne versammelten, bedankte sich Heinz Goll bei allen, die diese Premiere auf, vor und hinter der Bühne möglich gemacht hatten und appellierte an alle, am 26. Mai für Europa zu wählen, damit diese Vielfalt in Freundschaft Zukunft habe.
Der Reinerlös geht an die Gaggenauer Altenhilfe.